Warum empfehlen Tierärzte kein BARF?

Warum Tierärzte oft vom BARFen abraten – und was du dabei bedenken solltest

Tierärzte raten oft vom BARFen (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) ab, weil die Methode mit erheblichen gesundheitlichen und hygienischen Risiken verbunden ist. Zugleich lohnt es sich, die Diskussion differenziert zu betrachten: Tierärzte verdienen in der Regel nichts am BARFen – das sollte man bei ihrer Haltung immer mitbedenken. Auch in der aktuellen Diskussion rund um den Podcast „Jenke. Extreme Momente“ wird dieses Thema wieder stärker öffentlich beleuchtet.

1. Ernährungsfehler und Mangelerscheinungen

Fehlende Rationsplanung: Viele Halter füttern nur Fleisch und ein bisschen Gemüse oder Knochen, was den tatsächlichen Bedarf des Tieres nicht deckt.

Nährstoffmängel: Häufig kommt es zu einer gefährlichen Unter- oder Überversorgung mit wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen – zum Beispiel einem Kalzium-Phosphor-Ungleichgewicht oder einem Jod-, Kupfer- oder Vitamin-D-Mangel.

Wissenschaftliche Belege: Studien zeigen, dass selbst zusammengestellte oder frei verfügbare BARF-Pläne in der Mehrzahl der Fälle nicht bedarfsdeckend sind.

Gerade deshalb kann ein hochwertiges All-in-one-Supplement den Alltag deutlich erleichtern: Die wichtigsten Ergänzungen sind bereits aufeinander abgestimmt und müssen nicht einzeln zusammengestellt werden.

2. Hygiene und Krankheitserreger

Bakterien und Parasiten: Rohes Fleisch kann mit Keimen wie Salmonellen, Campylobacter, Listerien oder E. coli belastet sein.

Gefahr für Mensch und Tier: Diese Erreger gefährden nicht nur den Hund oder die Katze, sondern können durch Schmierinfektionen auch Haushaltsmitglieder betreffen – insbesondere Kinder, Senioren sowie schwangere oder immungeschwächte Personen.

Spezielles Virusrisiko: Rohes Schweinefleisch kann das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus (Pseudowut) übertragen.

3. Fehlendes Ernährungswissen im Studium

Kaum Lehre an Unis: Ernährungsberatung ist im Veterinärmedizinstudium oft kein Schwerpunkt; viele Tierärzte haben nie eine spezielle Ausbildung dazu erhalten.

Praxiserfahrung: Tierärzte sehen in ihrer Praxis meistens die „schiefgegangenen“ Fälle – also Tiere mit Mangelerscheinungen, Knochenbrüchen durch Knochensplitter oder Magen-Darm-Problemen – und sind dadurch verständlicherweise skeptisch.

Was das für dich bedeutet

BARF ist nicht automatisch schlecht – aber es verlangt Sorgfalt. Eine bedarfsgerechte Ration, konsequente Hygiene und eine exakte Nährstoffergänzung sind entscheidend, damit die Rohfütterung langfristig sicher und ausgewogen bleibt.

Wenn du BARF füttern möchtest, sprich am besten mit einer tierärztlichen Praxis, die Erfahrung mit Ernährungsberatung hat. Und behalte dabei im Hinterkopf: Die Skepsis vieler Tierärzte entsteht häufig aus den Problemen, die sie in der Praxis sehen – nicht zwingend aus einer grundsätzlichen Ablehnung der Rohfütterung.